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22.07.2012

Nachhaltige Architektur senkt Kosten

Turck Architekten setzen auf ökologisches, gesundes und kosteneffizientes Bauen

„Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.“ - so definiert die vom Deutschen Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission Globalisierung der Weltwirtschaft im Juni 2002 den Begriff Nachhaltigkeit.

„Für mich sind dabei mehrere Punkte wichtig. Ökologie, Gesundheit, die Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes gesehen. Ökologisches Bauen ist, wenn Produkte und Materialien zum Einsatz kommen, die ressourcenschonend und ohne hohen Einsatz von Energie erzeugt wurden. Dazu zählt natürlich auch die Energieeffizienz des Hauses. Behaglichkeit und Gesundheitsschutz sind wesentliche 'persönliche' Beweggründe, die für nachhaltige Architektur sprechen. Dabei geht es um thermisches, akustisches und visuelles Wohlbefinden, was durch die richtige Verwendung von emissionsarmen und diffusionsoffenen Bauprodukten sichergestellt wird. Bei allem darf man die Kosten aber nicht aus den Augen verlieren. Die Kosten bei Bau und Nutzung eines Gebäudes müssen nachhaltig bewertet werden“, erläutert Architekt André Turck. Nachhaltig bewerten bedeutet, dass teilweise auch höhere Baukosten veranschlagt werden müssen, um bei den Folgekosten, wie z.B. Heizkosten, zu sparen. Wenn man beispielsweise Erdwärme zum Heizen nutzt, hat man relativ hohe Investitionen bei der Installation der Wärmepumpe, spart aber anschließend jede Menge Geld, weil man von Öl und Gas unabhängig ist.

„Inzwischen ist die Technik so weit, dass es ein Plus-Energie-Haus gibt. Das erzeugt im Jahreszyklus mehr Energie als für den Betrieb gebraucht wird. Dabei geht es nicht nur um Heizung, Lüftung, Warmwasser, sondern auch um Beleuchtung und den Gebrauch aller elektrischen Geräte“, erläutert Turck. So ein Effizienzwunder stand im letzten Jahr am Ehrenhof. Bei einer täglichen Führung konnte sich jeder über die Möglichkeiten des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens informieren.

André Turck ist von den Möglichkeiten nachhaltigen Bauens überzeugt. „Eine vernünftige Wärmedämmung aus ökologischen Materialien erspart jede Menge Heizkosten. Wir haben z.B. ein Haus aus dem Jahr 1965 saniert, dabei die Fassade, Keller und Dach gedämmt, neue Fenster eingesetzt, eine kleinere Heizung eingebaut und eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung installiert. Das reduziert die Heizkosten um 65 Prozent! Und das entspannt auf Sicht betrachtet den eigenen Geldbeutel“, so Turck. Seine Fachkenntnisse gibt der Architekt auch bei der Bauberatung von „Haus und Grund“ an Häuslebauer und -sanierer weiter.

Auch im Privatleben stehen die Architekten Katrin und Andre Turck hinter dem, was Sie beruflich vertreten. Ihr eigenes Haus, ein Bau aus dem Jahr 1970, wurde während der Sanierung gedämmt, die Komplettversiegelung des Innenhofs abgebrochen und ein Garten gewonnen. Die Fenster wurden getauscht, Heizkörper erneuert, eine Regenwasserzisterne installiert und, und und. „Seit wir Kinder haben, achten wir wesentlich genauer darauf, was wir konsumieren und essen.“ So weit wie möglich, mache ich meine Wege mit dem Fahrrad. In beruflichen Beratungs- und Kundengesprächen rate ich zu Bauweise und Produkten die wir auch selber genutzt haben“, meint der Architekt.

Übrigens: André Turck hat in Darmstadt studiert. Dort ist im Fachbereich Architektur auch der Lehrstuhl für Entwerfen und energieeffizientes Bauen angesiedelt.

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